68+ Blutmarker im Überblick: Was alles gemessen wird
Das große Blutbild beim Hausarzt umfasst typischerweise 15 bis 20 Werte — und dennoch fehlen die meisten klinisch relevanten kardiovaskulären, metabolischen und hormonellen Risikomarker. Bei PreventicsOne werden über 68 Biomarker in sechs Kategorien in einer einzigen Blutentnahme erfasst. Dieser Artikel zeigt, welche Werte enthalten sind, welche du als Erwachsener kennen solltest — und warum das Standardlabor sie nicht liefert.

Key Facts
- Das große Blutbild beim Hausarzt umfasst typischerweise 15–20 Werte und untersucht vor allem die Zusammensetzung der roten und weißen Blutkörperchen. Das ist ein Anfang, kein vollständiges Bild.
- Bei PreventicsOne werden über 68 Biomarker in einem Termin gemessen — strukturiert in sechs Kategorien: Herz, Organe, Stoffwechsel, Hormone, Mikronährstoffe und Entzündung.
- Die meisten klinisch relevanten kardiovaskulären Marker — z.B. ApoB, Lp(a), Homocystein, NT-proBNP — sind in keinem Standardlabor beim Hausarzt enthalten.
- Lp(a) ist zu über 90 Prozent genetisch festgelegt. Eine einzige Messung im Leben reicht — der Wert bleibt über Jahrzehnte stabil. Trotzdem ist sie kein Kassenstandard.
- Das vollständige Schilddrüsenpanel braucht TSH, fT3 und fT4. Im Hausarzt-Labor wird häufig nur TSH gemessen — das reicht nicht aus, um Schilddrüsenfunktionsstörungen zuverlässig zu erkennen.
- 68+ Marker zusammen ergeben ein Bild, das einzelne Werte nicht zeigen können. Es ist die Kombination, die klinisch zählt — nicht die Sammlung an sich.
Was du in diesem Artikel erfährst
- Warum ein erweitertes Blutpanel einen anderen Auftrag hat als das Standardlabor beim Hausarzt
- Wie sich die 68+ Biomarker bei PreventicsOne in sechs medizinisch sinnvolle Kategorien strukturieren lassen
- Welche zusätzlichen Marker jeder Erwachsene kennen sollte — mit konkreten Zielwerten
- Warum das große Blutbild beim Hausarzt klinisch relevante Achsen systematisch nicht abbildet
- Wie die 68+ Biomarker im PreventicsOne 360° Check-up erhoben und ausgewertet werden
Warum ein erweitertes Blutpanel überhaupt nötig ist
Das große Blutbild beim Hausarzt umfasst typischerweise 15 bis 20 Werte und konzentriert sich auf die Zusammensetzung der roten und weißen Blutkörperchen sowie das klassische Lipidpanel — Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyceride. Im gesetzlichen Check-up 35 sind es nur sechs Blutwerte.
Ein präventivmedizinisches Blutpanel hat einen anderen Auftrag. Es soll nicht nur akute Erkrankungen erkennen, sondern auch frühe metabolische Veränderungen, kardiovaskuläre Risikofaktoren, hormonelle Dysbalancen, Mikronährstoffmängel und stille Entzündungsprozesse abbilden — bevor sie symptomatisch werden. Das ist eine andere Frage, und sie braucht andere Werte.
Viele relevante Marker entwickeln klinische Bedeutung erst in der Kombination. Ein erhöhter HOMA-IR bei normalem HbA1c, ein leicht erhöhtes hsCRP bei normaler Lipidkonstellation, ein grenzwertiges TSH bei erniedrigtem fT3 — jedes für sich vielleicht unauffällig, in Kombination häufig ein Frühwarnzeichen. Wer nur Einzelwerte sieht, sieht nicht das Muster.
Die Konsequenz: Ein erweitertes Blutpanel ist kein „mehr ist besser“ — es ist „andere Fragen brauchen andere Werte“. Wer früh erkennen will, was später Krankheit werden kann, braucht andere Marker als jemand, der nur prüft, ob bereits eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
Die 6 Kategorien der Blutmarker bei PreventicsOne
Die über 68 Biomarker bei PreventicsOne sind nicht beliebig gewählt, sondern strukturiert in sechs medizinisch sinnvolle Kategorien — Herz, Organe, Stoffwechsel, Hormone, Mikronährstoffe und Entzündung. Jede Kategorie deckt eine klinisch relevante Achse ab.
Herz — kardiovaskuläre Risikomarker
ApoB, ApoA1, Lp(a), klassisches Lipidpanel, Homocystein, NT-proBNP. ApoB misst die Anzahl atherogener Lipoprotein-Partikel direkter als LDL und ist klinisch aussagekräftiger. Lp(a) ist genetisch festgelegt und einer der stärksten unabhängigen kardiovaskulären Risikofaktoren — eine einmalige Messung im Leben reicht aus.
Organe — Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberwerte
Kreatinin, eGFR, Cystatin C, GOT, GPT, GGT, Bilirubin, Lipase, Amylase. Diese Werte zeigen die organische Belastbarkeit und helfen, frühe Funktionsstörungen zu erkennen — bevor sie symptomatisch werden. Besonders bei still verlaufender Fettleber oder beginnender Niereninsuffizienz sind sie der einzige objektive Hinweis.
Stoffwechsel — Glukose-Insulin-Achse
Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulin, HOMA-IR. Diese Kombination ist das beste Frühwarnsystem für Insulinresistenz und Prädiabetes — ein Stadium, das mit Ernährungsumstellung und mehr Bewegung noch vollständig reversibel ist. Ohne HOMA-IR fehlt der quantitative Maßstab für die Insulinwirkung.
Hormone
Testosteron, Cortisol, Insulin, SHBG plus vollständiges Schilddrüsenpanel mit TSH, freiem T3 und freiem T4. Hormonelle Dysbalancen erklären häufig Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Konzentrationsstörungen, die sonst keiner Ursache zugeordnet werden können.
Mikronährstoffe
Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Eisenstoffwechsel, Elektrolyte und weitere essenzielle Werte. Eisenmangel ist besonders bei Frauen häufig — Ferritin (der Eisenspeicher) und die Transferrin-Sättigung muss eigentlich immer geprüft werden. Im großen Blutbild beim Hausarzt ist Ferritin meist nicht enthalten, im kleinen erst recht nicht.
Entzündung
hsCRP, Ferritin, Bilirubin, Harnsäure, Rheumafaktor, ASL. Stille systemische Entzündung ist heute als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Stoffwechselerkrankungen anerkannt — und ohne hsCRP ist sie nicht messbar.
Die Konsequenz: Die sechs Kategorien sind nicht beliebig — sie decken die klinisch relevanten Achsen ab, an denen sich chronische Erkrankungen entwickeln. Wer eine Achse auslässt, hat ein unvollständiges Bild.
Die wichtigsten Marker, die jeder Erwachsene kennen sollte
Über die im Standard-Check enthaltenen Werte hinaus gibt es eine Handvoll Marker mit besonders hoher klinischer Aussagekraft. Wenn man nur ein erweitertes Panel hinzufügen würde, das wären die wichtigsten zusätzlichen Werte.
ApoB misst die Gesamtzahl atherogener Lipoprotein-Partikel — ein direkter Maßstab für das Atherosklerose-Risiko. Der bei PreventicsOne angesetzte Zielwert für optimale kardiovaskuläre Prävention liegt unter 65 mg/dL.
Lp(a) ist genetisch festgelegt, lebenslang nur wenig verändernd. Werte unter 75 nmol/L gelten als niedrig, 75 bis 150 als erhöht, über 150 als deutlich erhöht. Die ESC/EAS empfiehlt eine einmalige Messung bei jedem Erwachsenen.
HOMA-IR ist das quantitative Maß für Insulinresistenz — oft jahrelang vor manifestem Diabetes auffällig. Optimaler Bereich: unter 1,0.
HbA1c bildet den Langzeitblutzucker ab. Optimal liegt der Wert unter 5,7 Prozent — zwischen 5,7 und 6,4 spricht man von Prädiabetes, ab 6,5 von manifestem Diabetes [aktuelle DDG/ADA-Leitlinie für die Schwellenwerte].
Vitamin D-Mangel ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Optimale Spiegel liegen nach Studienlage ab 30 ng/ml — der Laborbereich beginnt häufig bereits bei 12 ng/ml.
hsCRP misst stille systemische Entzündung. Werte ≤5 mg/L gelten in der präventivmedizinischen Auswertung als akzeptabel, optimal sind Werte unter 1 mg/L.
Ferritin ist der Eisenspeicher-Marker. Besonders bei Frauen findet er sich oft im niedrigen Normbereich — was Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Belastungsintoleranz erklären kann, obwohl Hämoglobin und Erythrozyten normal sind.
TSH plus fT3 plus fT4 — das vollständige Schilddrüsenpanel. Nur TSH greift zu kurz: Eine zentrale Schilddrüsenfunktionsstörung kann bei normalem TSH bestehen.
Die Konsequenz: Diese Marker sind kein Wellness-Add-on — sie sind die wichtigsten zusätzlichen Werte, die im Standard-Check-up systematisch fehlen. Wer sie nicht kennt, kennt sein Risiko nicht.
Was im großen Blutbild beim Hausarzt fehlt — und warum
Das große Blutbild beim Hausarzt umfasst typischerweise 15 bis 20 Werte. Im gesetzlichen Check-up 35 sind es sogar nur sechs Blutwerte. Das ist keine Schwäche einzelner Ärzte — es ist die strukturelle Begrenzung des Systems.
Die kassenärztliche Vergütung deckt einen begrenzten Untersuchungsumfang ab. Marker wie ApoB, Lp(a), HOMA-IR, hsCRP, fT3, fT4 oder das vollständige Mikronährstoffpanel sind im Standard-Leistungskatalog nicht vorgesehen — nicht weil sie unwichtig sind, sondern weil das System sie nicht regelhaft finanziert.
Wer den Hausarzt-Befund bekommt und „alles in Ordnung“ liest, hat eine korrekte Aussage über die gemessenen Werte. Aber nichts über die nicht Gemessenen.
Ein häufiges Beispiel: Frauen mit Müdigkeit und Belastungsintoleranz. Hausarzt-Befund: Hämoglobin normal, Erythrozyten normal — „alles in Ordnung“. Tatsächlich liegt der Ferritin-Wert bei 25 µg/L, was klinisch einen relevanten Eisenmangel darstellt — der nur erkennbar wäre, wenn Ferritin gemessen worden wäre.
Die Konsequenz: Das fehlende Bild beim Hausarzt ist kein Vorwurf an den einzelnen Arzt — es ist eine systembedingte Begrenzung. Wer ein vollständiges Bild will, muss aktiv ein erweitertes Panel suchen.
Wie die 68+ Biomarker im PreventicsOne Check-up gemessen werden
Die über 68 Biomarker werden im Rahmen des 360° Check-up an einem Termin durch eine einzige Blutentnahme erfasst — keine separaten Termine, keine Wiedereinbestellungen.

Vorbereitung: Nüchtern 6 bis 8 Stunden vor dem Termin, Wasser ist erlaubt. Koffein und Alkohol am Vorabend vermeiden, intensive sportliche Belastung am Vortag aussetzen — beide können bestimmte Werte (z.B. Leberenzyme, hsCRP, Cortisol) kurzfristig verändern.
Befundverfügbarkeit: Ergebnisse aus den am selben Tag vorliegenden Untersuchungen — z.B. Ultraschall, Echo, Spiroergometrie, Bioimpedanzanalyse, Stoffwechselanalyse etc. — werden im Ergebnisgespräch am gleichen Tag besprochen. Die Blutwerte brauchen 2 bis 3 Tage und werden im Folgetermin (vor Ort, telefonisch oder per Video) vollständig durchgegangen.
Strukturierte Auswertung: Die Werte werden nicht als Liste vorgelesen, sondern eingeordnet — in der Kombination, im Verlauf (sofern Vorbefunde vorliegen), im Bezug zu den anderen Untersuchungsergebnissen und mit Ampelmarkierung pro Kategorie. So bleibt nicht das Gefühl „viele Zahlen, wenig Sinn“, sondern es entsteht ein zusammenhängendes Bild.
Die Konsequenz: Du verlässt den Check-up nicht mit einem Stapel an Befunden, sondern mit einem strukturierten Bild — du verstehst, was gemessen wurde, was es bedeutet und welche zwei oder drei Hebel die größte Wirkung haben würden.
Hausarzt-Realitätscheck: Warum mehr Marker nicht „mehr Krankheit“ bedeuten
In der Regelversorgung werden die im Standard-Leistungskatalog der GKV vorgesehenen Werte gemessen — im Check-up 35 sechs Blutwerte, im großen Blutbild beim Hausarzt typischerweise 15 bis 20 Werte. Marker wie Lp(a), ApoB, HOMA-IR und das vollständige Mikronährstoffpanel oder die kompletten Schilddrüsenwerte sind nicht enthalten. Patienten bekommen daher häufig „alles in Ordnung“ gesagt, weil das Geprüfte unauffällig war — auch wenn klinisch wichtige Achsen gar nicht erst erfasst wurden.
PreventicsOne misst über 68 Biomarker in sechs Kategorien in einer einzigen Blutentnahme. Die Auswertung erfolgt nicht entlang des statistischen Bevölkerungsmittels, sondern entlang aktueller präventivmedizinischer Zielwerte (ESC/EAS, EAS-Konsens, AWMF-S2k). Die Werte werden im Ergebnisgespräch und im Folgetermin besprochen — strukturiert, in Kombination und mit Priorisierung.
Mehr Marker bedeuten dabei nicht „mehr Krankheit“. Sie bedeuten ein vollständigeres Bild — und damit die Möglichkeit, früh und präzise zu handeln, bevor aus einem grenzwertigen Wert eine manifeste Erkrankung wird.
Der Unterschied ist nicht „mehr Werte um der Werte willen“ — sondern andere Fragen, die andere Werte brauchen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Blutmarker sollten Erwachsene testen lassen?
Über das Standard-Lipidpanel hinaus klinisch besonders aussagekräftig: ApoB, Lp(a), HOMA-IR, HbA1c, Vitamin D, hsCRP, Ferritin und das vollständige Schilddrüsenpanel mit TSH, freiem T3 und freiem T4. Diese Marker bilden die zentralen präventivmedizinischen Achsen ab und sind im Standard-Check-up beim Hausarzt nicht enthalten.
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild?
Das kleine Blutbild umfasst Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Erythrozyten-Indizes. Das große Blutbild ergänzt das Differentialblutbild — also die Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen. Beide untersuchen primär die Zellzusammensetzung des Blutes, nicht aber kardiovaskuläre Risikomarker, Hormone, Mikronährstoffe oder Entzündungsmarker.
Was misst HOMA-IR und warum ist er wichtig?
HOMA-IR ist ein quantitatives Maß für Insulinresistenz, berechnet aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin. Er ist oft jahrelang vor einem auffälligen HbA1c bereits erhöht und ein Frühwarnzeichen für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2. Bei früher Erkennung ist eine Insulinresistenz mit Ernährungsanpassung und Bewegung vollständig reversibel.
Reicht es, nur TSH messen zu lassen?
Nein. TSH allein bildet nur die übergeordnete Steuerung ab. Eine zentrale Schilddrüsenfunktionsstörung kann bei normalem TSH bestehen. Für eine zuverlässige Beurteilung braucht es das vollständige Schilddrüsenpanel mit TSH, freiem T3 und freiem T4 — ergänzt um Schilddrüsenultraschall und bei Indikation auch Antikörper.
Wo kann ich in Düsseldorf 68+ Biomarker messen lassen?
Bei PreventicsOne in Düsseldorf werden über 68 Biomarker im Rahmen des 360° Check-up gemessen — in einer einzigen Blutentnahme, mit strukturierter Auswertung im Ergebnisgespräch und Folgetermin. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir den Umfang und die Erstattung durch deine PKV.
Fazit
Das kleine und große Blutbild beim Hausarzt zeigen die Zellzusammensetzung des Blutes und das klassische Lipidpanel — nicht aber ApoB, Lp(a), HOMA-IR, hsCRP, das vollständige Schilddrüsen- oder Mikronährstoffpanel. 68+ Marker zusammen ergeben ein Bild, das einzelne Werte nicht zeigen können.
Beim PreventicsOne 360° Check-up werden alle relevanten Marker in einem Termin gemessen und strukturiert ausgewertet.
Quellen & Leitlinien
- ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias 2019, ergänzt durch 2025 Focused Update — ApoB- und Lp(a)-Zielwerte.
- Tsimikas S. A Test in Context: Lipoprotein(a). JACC 2017;69(6):692–711.
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (Erwachsenen-Richtlinie). In Kraft seit 12.02.2021.
- Optimaler Vitamin-D-Spiegel ab 30 ng/ml [Endocrine Society Practice Guideline].
- Definitionen Prädiabetes und Diabetes nach HbA1c-Schwellenwerten [aktuelle DDG- oder ADA-Leitlinie].